Syrien gilt als Polizeistaat, in dem alle Bereiche des öffentlichen Lebens staatlichen Kontrollen unterliegen.
Die Baath-Partei des mit diktatorischen Vollmachten regierenden Präsidenten Assad unterdrückt die Opposition. Zwar hob die Regierung im Frühling 2011 den seit 1963 geltenden Ausnahmezustand auf und erfüllte damit eine zentrale Forderung der Opposition - die Notstandsgesetze erlaubten es den Sicherheitskräften unter anderem, Menschen ohne Angabe von Gründen festzunehmen. Allerdings geht die Regierung weiter mit brutaler Härte gegen Demonstranten vor. Die geopolitische Bedeutung des rund 185.000 Quadratkilometer großen Staates ergibt sich aus seiner Lage zwischen der Türkei, dem Irak, Jordanien, Israel und dem Libanon. Trotz der Freundschaft zu Hamas, Hisbollah und Iran lockerte sich in den vergangenen Jahren die internationale Ausgrenzung - auch weil der Westen Damaskus als Schlüssel zur Wiederbelebung des Nahost-Friedens sah.
Syriens Führungselite entstammt meist der alavitischen Minderheit, einer früher verfolgten Religionsgemeinschaft. Etwa drei Viertel der knapp 20 Millionen Syrer sind sunnitische Muslime.