

Das Atommüllendlager Asse II bei Wolfenbüttel in Niedersachsen wurde 1967 als weltweit erstes unterirdisches Versuchsendlager eröffnet.
Bis 1978 wurden in dem ehemaligen Salzbergwerk fast 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall eingelagert. In einigen Fässern befindet sich auch hochgiftiges Plutonium.
Seit 1988 werden in Asse Zuflüsse von Wasser registriert. Dadurch sind einige der eingelagerten Fässer durchgerostet. Zudem sammelt sich in dem einsturzgefährdeten Bergwerk radioaktive Lauge. Nach Bekanntwerden von Pannen und Verfahrensfehlern entschieden sich die zuständigen Ministerien im September 2008, den bisherigen Betreiber Helmholtz-Zentrum durch das Bundesamt für Strahlenschutz abzulösen.
Zugleich ging die Zuständigkeit für Asse vom Bundesforschungsauf das Bundesumweltministerium über. Für die zuvor als Forschungslager nach Bergrecht betriebene Schachtanlage Asse II gelten nach dem Wechsel die strengeren Regeln des Atomrechts. Mit der Änderung des Atomgesetzes wurde im Januar 2009 die Schließung des Lagers vorbereitet. Noch ist unklar, was nach der Schlie-ßung von Asse II mit dem Atommüll passiert. In der Diskussion sind drei Möglichkeiten: Für das Herausholen des Atommülls müssen die Kammern mit den Abfällen maschinell geöffnet und die Fässer über Tage transportiert werden.
Bei der Umlagerung der Fässer werden diese aus den Kammern geborgen und in tiefere Bereiche des Salzstocks gebracht. Bei der dritten Möglichkeit der Vollverfüllung mit Spezialbeton bleibt der Atommüll ebenfalls unter Tage. Hohlräume in den Kammern werden dafür mit einem Mörtel verschlossen.
|


